Möglicherweise, so vermutet Klaus Möller vom Verein für Wirtschaftsförderung, werde am Vorgarten stärker gespart als an den von der Straße nicht einsehbaren Plätzen, aber „für eine so große Stadt ist es wenig.“ Wichtig, so erläutert Beate Venckus bei der Jury-Rundfahrt, seien schöne Gärten an den Zugangsstraßen. Vielseitigkeit, klare Strukturen, ein strenger Schnitt: Das ergibt am Eingang zum Kollbergring 95 Punkte: „Man muss sich ja noch verbessern können“, erklärt die Fachfrau. Ansonsten ist der Kollbergring gärtnerisches Ödland, was an der Struktur der Grundstücke liegt: Vor den Häusern liegt meistens ein handtuchgroßes Stück Rasen, gestalterisch ist wenig Spielraum. Und Hangsteine bereichern Gärten nur bedingt, meint die Fachjury.
Gemeldet sind auch Gärten, die ihre volle Pracht noch lange nicht entwickelt haben. Auch sie werden bewertet, vielfach ist zu ahnen, welche Pracht hier im nächsten oder übernächsten Jahr blühen wird.
Einig sind sich Iris Bödecker, Maria Scholz, Beate Venckus und Gerhard Kirchner, dass knallige Farben in diesem Sommer dominieren: Petunien, Tagetis, Salvien, gelbe Scharfgarbe und auch Geranien ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und begrüßen die Vorübergehenden, vermutet das Quartett bei der Ursachenforschung und ist sich einig: „Und das ist auch gut so.“
Wie geht es jetzt weiter im Blumenschmuckwettbewerb? Die Besitzer der zehn schönsten Gärten werden informiert und fahren einen Tag auf die Landesgartenschau nach Bad Essen – mit allem Drum und Dran.
© Schaumburger-Zeitung, 07.08.2010